Satzung

der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM), vormals Arbeitsgemeinschaft Kinderschutz in der Medizin (AG-KiM)

(geänderte Satzung, beschloßen auf der Mitgliederversammlung am 27.05.2016 in Hamburg)

 

Präambel

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) vertritt eine multidisziplinäre Subspezialität der Kinderheilkunde und weiterer Disziplinen, die Kinderschutzmedizin. Als solche strebt sie eine enge Zusammenarbeit mit allen in der Kindermedizin verorteten Fachgesellschaften und der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung an.

Die DGKiM bekennt sich explizit zum multiprofessionellen Umgang mit allen Formen von Kindesmisshandlung, sexuellem Kindesmissbrauch und Kindesvernachlässigung, der neben medizinischen alle relevanten nichtmedizinischen Berufsgruppen umfasst.


§ 1 Name und Sitz des Vereins

Der Name des Vereins lautet: Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM).

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin hat ihren Sitz in Bonn.


§ 2 Zweck

1. Zweck der DGKiM ist die praktisch-ärztliche und wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Erkennung und Verhinderung von Gewalt und Vernachlässigung an Kindern und Jugendlichen zu fördern und die Einrichtung von geeigneten Interventionsverfahren an Kliniken und in Arztpraxen zu unterstützen. Ziele der DGKIM sind im Einzelnen:

1.1. Fachliche/ Qualitätsstandards der Befunderhebung, Diagnostik und Diagnose zusammenzutragen, zu entwickeln bzw. zu vereinheitlichen,

1.2. Wissenschaftliche Auseinandersetzung anzuregen und zu fördern, dafür ein fachliches Forum zu bieten. Bestehende medizinische und soziale Initiativen zu erfassen (Kinderschutzgruppen, Kinderschutzambulanzen, Ärztliche Beratungsstellen, Gewaltleitfäden, Frühwarnsysteme, Risiko-Familien-Screening, Schreibaby-Ambulanzen, Kinderschutznetzwerke u.a.,) und deren Kooperationsmöglichkeiten zu sondieren und forcieren,

1.3. Konzepte für Prävention, Früherkennung, frühe Intervention und geeigneten Umgang und erforderliche Kooperationen zusammenzutragen, weiter- oder neu zu entwickeln,

1.4. AWMF Leitlinien: Bestehende weiter zu entwickeln; Schaffung fach- und länderübergreifender Leitlinien oder Selbstverpflichtungen,

1.5. Fachgesellschaften zu beraten und für fachliche Fragen zur Verfügung zu stehen, 1.6. die DGKiM versteht sich als Vertreterin der Interessen des medizinischen Kinderschutzes in der Öffentlichkeit, Politik und Fachwelt,

1.7. die DGKiM strebt eine Verbesserung der Finanzierung im Kinderschutz an.

2. Hierzu dienen vor allem:

2.1. alljährlich mindestens eine Tagung zu veranstalten,

2.2. kooperative Studien über alle Formen von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung anzuregen und
durchzuführen,

2.3. ärztliche und pflegerische Weiterbildungsordnungen zu erarbeiten,

2.4. Fortbildungskurse zum medizinischen Beitrag zum Kinderschutz durchzuführen bzw. zu unterstützen,

2.5. Strukturpläne und Konzepte für Kinderschutzgruppen oder ähnlicher, medizinisch basierter Diagnostik- und Interventionsmodelle zu entwickeln und für deren Einsatz und Verbreitung zu sorgen.


§ 3 Mittelverwendung

1. Die DGKiM verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnittes "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Sie ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

2. Die Mittel der DGKiM dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zwecke der DGKiM fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

§ 4 Mitgliedschaft

1. Mitglied der DGKiM können alle approbierten Ärzte sowie andere Personen aus dem ambulanten und stationären klinischen oder niedergelassenen Bereich (Pflege, Soziale Dienste des Krankenhauses, Psychologen) werden, die spezielle Interessen und Erfahrungen auf dem Gebiet des Kinderschutzes haben und die Ziele der DGKiM unterstützen.

2. Der schriftliche Aufnahmeantrag geht an den Vorstand. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand; die Ablehnung des Antrages erfordert einen Beschluss des Vorstandes, der dem Antragsteller vom Vorsitzenden mitzuteilen ist.

3. Der Mitgliedsbeitrag wird durch den Vorstand nach Genehmigung der Mitgliederversammlung festgesetzt. Er kann ganz oder teilweise auf Tagungsbeiträge angerechnet werden. Der Mitgliedsbeitrag wird bei Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben erlassen.

4. Die Mitgliedschaft erlischt:

4.1. durch Tod

4.2. durch Austritt. Dieser ist schriftlich zu erklären und wird am Ende des Kalenderjahres wirksam; dabei ist eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zu beachten

4.3. durch Ausschluss. Er ist nur aus wichtigem Grund zulässig, z.B. Verlust der Approbation oder grob das Ansehen und Arbeit der DGKiM schädigendes Verhalten (laut einstimmigen Beschluss des Vorstandes) aber auch, wenn das Mitglied mit zwei Jahresbeiträgen im Rückstand ist und nach zweimaliger Mahnung seiner Beitragspflicht nicht nachkommt.

 

§ 5 Organe

Organe der DGKiM sind:

1. der Vorstand

2. die Mitgliederversammlung

3. ein Geschäftsführer als besonderer Vertreter, falls vom Vorstand berufen

 

§ 6 Vorstand

1. Dem Vorstand gehören an:

1.1. der Vorsitzende

1.2. der Stellvertreter des Vorsitzenden (gleichzeitig Schriftführer)

1.3. der Tagungspräsident, optional sein Co-Präsident

1.4. der designierte Tagungspräsident, optional sein designierter Co-Präsident

1.5. der Schatzmeister

1.6. optional 5 Beiräte.

2. Der Vorstand führt die Geschäfte der DGKiM. Er tritt unter der Leitung des Vorsitzenden mindestens einmal im Jahr zu einer ordentlichen Sitzung, die von dem Vorsitzenden einberufen wird, zusammen. Außerdem kann der Vorsitzende eine außerordentliche Sitzung einberufen. Von jeder Sitzung ist ein Protokoll anzufertigen. Der Vorsitzende und der Schatzmeister sind jeweils berechtigt, den Verein in Gemeinschaft mit einem weiteren Mitglied des Vorstandes, zu vertreten. Vorstand im Sinne von § 26 BGB sind der Vorsitzende, sein Stellvertreter und der Schatzmeister.

3. Der Tagungspräsident, optional sein Co-Präsident, planen die Jahrestagung und richten sie in eigener Verantwortung aus. Der Tagungspräsident, optional sein Co-Präsident, übergeben spätestens einen Monat nach ihrer Jahrstagung ihre Ämter an den designierten Tagungspräsidenten, optional den designierten Co-Präsidenten.

4. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung gemäß § 7 gewählt. Vorschlagsberechtigt ist der Vorstand und jedes Mitglied der DGKiM. Die Wahl erfolgt durch Handzeichen; dem Antrag auf geheime Abstimmung muss stattgegeben werden. Im ersten Wahlgang ist die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, vom zweiten Wahlgang an die einfache Stimmenmehrheit erforderlich.

5. Die Vorsitzenden werden für 3 Jahre gewählt. Eine direkte Wiederwahl ist möglich.

6. Die Tagungspräsidenten werden für 2 Jahre gewählt, unter dem Gesichtspunkt, dass der designierte Tagungspräsident im 2. Jahr die Jahrestagung ausrichten kann. Eine direkte Wiederwahl ist nicht möglich.

7. Der Schatzmeister wird für 3 Jahre gewählt. Eine direkte Wiederwahl ist möglich.

8. Die Beiräte werden für 3 Jahre gewählt. Eine direkte Wiederwahl ist möglich.

 

§ 7 Mitgliederversammlung

1.Die Mitgliederversammlung findet anlässlich der Jahrestagung statt. Sie wird vom Vorsitzenden mindestens sechs Wochen vorher unter Bekanntgabe der Tagesordnung einberufen.

2. Anträge von Mitgliedern zur Tagesordnung müssen mindestens vier Wochen vor der Mitgliederversammlung beim Vorsitzenden eingereicht werden. Später eingereichte Anträge können in die Tagesordnung nur dann aufgenommen werden, wenn die Mitgliederversammlung vor Eintritt in die Tagesordnung dies beschließt.

3. Zu den Aufgaben der Mitgliederversammlung gehören:

3.1. Endgültige Festlegung der Tagesordnung,

3.2. Entgegennahme des Jahresberichtes des Vorsitzenden,

3.3. Entgegennahme des Berichtes des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer,

3.4. Entlastung des Vorstandes,

3.5. Wahl von zwei Rechnungsprüfern für das neue Geschäftsjahr,

3.6. Genehmigung des Jahresbeitrages,

3.7. Wahl der Vorstandsmitglieder,

3.8. Beschlussfassung über Satzungsänderung und über Auflösung der DGKiM,

3.9. Entscheidung über Ausschluss von Mitgliedern,

3.10. Einsetzung von Kommissionen und Arbeitskreisen.

4. Stimmberechtigt sind alle Mitglieder.

5. Die Mitgliederversammlung wird mindestens einmal im Jahr mit einer Frist von mindestens sechs Wochen vom Vorsitzenden unter Angabe der Tagesordnung durch einfachen Brief oder E-Mail einberufen und von ihm oder einem anderen Vorstandsmitglied geleitet. Es genügt, wenn die Einladung an die letzte vom Mitglied dem Verein bekannt gegebene Adresse gerichtet wird. Jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig.

6. Die Abstimmung erfolgt in der Regel durch Handzeichen. Beschlüsse bedürfen - soweit nicht eine andere Mehrheit vorgesehen ist - der einfachen Mehrheit.

7. Über jede Mitgliederversammlung ist ein Protokoll anzufertigen, das von dem Vorsitzenden und einem weiteren Vorstandsmitglied zu unterzeichnen ist.

 

§ 8 Geschäftsführer

Der Verein kann einen Geschäftsführer als besonderen Vertreter nach § 30 BGB bestellen. Der Geschäftsführer wird vom Vorstand berufen. Der Umfang seiner Befugnisse wird in einer Geschäftsordnung geregelt, die von der Mitgliederversammlung beschlossen wird.

 

§ 9 Satzungsänderung und Auflösung des Vereins

1. Beschlüsse über eine Satzungsänderung oder die Auflösung der DGKiM bedürfen einer Dreiviertel-Mehrheit der befragten Mitglieder.

2. Satzungsänderungen, die aufgrund von Beanstandungen der Satzung durch das Registergericht oder das Finanzamt notwendig werden, können auch vom Vorstand beschlossen werden. Die Mitglieder sind von solchen Satzungsänderungen per E-Mail und in der nächsten Mitgliederversammlung zu unterrichten.

3. Bei Auflösung oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen an die DGfPI (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung), die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwenden darf.

 

§ 10

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.